Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr

 

Chronik der FFW Fernabrünst

 

 

 

Die Freiwillige Feuerwehr Fernabrünst besteht seit ca. 125 Jahren. Eine Urkunde über die Gründung ist nicht auffindbar. Es sind Unterlagen über die Beschaffung der heute noch vorhandenen Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1884 vorhanden. Weiter geht daraus hervor, dass sich die Freiwillige Feuerwehr am Bezirksfeuerwehrtag in Langenzenn am 19. Juni 1884 beteiligt hat.

Nach Aussagen älterer Feuerwehrkameraden kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Wehr schon einige Jahre vorher gegründet wurde. Diese Aussage wird dadurch bestätigt, dass heute noch in der zur bisherigen Gemeinde Fernabrünst gehörenden Ortschaft Wendsdorf eine kleine Druckspritze mit der Aufschrift „FERNABRÜNST“, geliefert von der Königlichen Hof- und Löschmaschinenfabrik D. Kirchmair, München, Fabrik-Nr. 1056, steht.

 

 

 

Damit dürfte erwiesen sein, dass diese Druckspritze das erste eigene Löschgerät in Fernabrünst war und nach Anschaffung der Saug- und Druckspritze im Jahr 1884 nach Wendsdorf abgegeben wurde.

Nach den vorhandenen Unterlagen können als Gründungsmitglieder folgende Feuerwehrmänner genannt werden:

 

Paul Schuh, Vorstand                                       Georg Keppner

Stephan Stechhöfer, Kommandant               Konrad Leberer

Martin Ammon, Hs.Nr. 31                                Michael Höfler

Michael Kamm                                                   Martin Meth

Konrad Voit                                                         Andreas Beck

Simon Beck                                                        Johann Sernsohn

Johann Weiß                                                      Matias Doßler

Johann Ammon, Hs.Nr.1                                 Johann Schuhmann

 

In den Jahren 1884-1889 wurden jährlich die Bezirksfeuerwehrtage besucht. Im Jahr 1890 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Fernabrünst statt. Dabei wurde gleichzeitig eine Inspektion für die Wehren Vincenzenbronn und Fernabrünst durchgeführt. Der Wehr wurde dabei vom Vorsteher des Bezirksamtes sowie vom Bezirkskommandanten Drimmer großes Lob ausgesprochen.

Über 50 Jahre wurde das Geschehen in der Freiwilligen Feuerwehr Fernabrünst von der Familie Stechhöfer geprägt. So war der Mitbegründer Stephan Stechhöfer vom Gründungstag bis zum Jahre 1913 Kommandant der Wehr. Nachdem er aus Altersgründen sein Amt niederlegte, übernahm sein Sohn Georg das Amt des Kommandanten. Er führte die Wehr bis zum Jahre 1937. Ihm folgten als weitere Kommandanten von 1937 bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1939 Stephan Distler und von 1939 bis Kriegsende Georg Voit.

Nach Wiedergründung der Wehr war zunächst von 1947-1955 Konrad Leitner Kommandant, ihm folgten Mathias Doßler von 1955-1960, Hans Viehbeck von 1960- 1965, Hubert Schrems von 1965-1978, Mathias Doßler von 1978-1980, Hermann Doßler von 1980-2000. Seit 2000 ist Christoph Sichermann der Kommandant der Fernabrünster Wehr.

Die erste Motorspritze wurde im Jahre 1934 angeschafft, geliefert von der Fa. Paul Ludwig, Bayreuth. Der Kaufpreis betrug 3.433,-- Reichsmark, davon wurden 2.080,-- Reichsmark durch Spenden der Gemeindemitglieder aufgebracht. Zu dieser Spritze erhielt die Wehr vom Bezirksamt Fürth 468,-- Reichsmark Zuschuss. Die Rest-finanzierung übernahm der Spar- und Darlehenskassenverein.

 

 

Von der Gemeinde wurde 1964 ein neues Feuerwehrauto Ford-Transit mit einer TS8/8 Magiruspumpe angeschafft.

 

 

 

Im Sommer 1962 konnte bei einer festlichen Veranstaltung Herr Landrat Löffler an viele verdiente Feuerwehrkameraden Ehren-abzeichen mit Urkunden für 50-, 40- und 25-jährige Dienstzeit verleihen. Am gleichen Tag erhielten von Herrn Kreisbrandinspektor Schwab 3 Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze überreicht.

Am 15.05.1965 wurde vom damaligen Vorstand und Bürgermeister Jakob Schuh gemeinsam mit Kommandant Hans Viehbeck in einer Feierstunde das Vereinsbild enthüllt. Am gleichen Tag konnte Herr Kreisbrandinspektor Schwab zwei Gruppen mit dem Leistungsabzeichen in Silber auszeichnen.

Ein erster Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das 90-jährige Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe vom 07.-10.Juli 1972, unter der Schirmherrschaft von Herrn Landrat Dr. Dietrich Sommerschuh.

Festauftakt am Freitag mit großem bunten Abend, Samstag Schauübung, Festkommers mit Ehrungen, Sonntag Vormittag Weckruf, einholen der Patenwehr Großhabersdorf, Festgottesdienst, Totenehrung. Am Nachmittag formierten sich 4 Festzüge aus 58 Feuerwehren und 4 Vereinen und zogen durch die herrlich geschmückte Ortschaft zum Festzelt am Ammerndorfer Weg. Mit der Festkappelle Däumler, die an allen 4 Tagen für Stimmung und Unterhaltung sorgte, klang das Fest am Montag zünftig aus.

 

 

Die Fahne wurde von den Ortsbürgern gestiftet, sie zeigt das Motiv unserer Schmiede und auf der Rückseite das Feuerwehremblem mit dem Leitspruch der Freiwilligen Feuerwehren

„Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr“

Diese große Spende beweist das Vertrauen und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Fernabrünst zu ihrer Feuerwehr.

Herr Landrat Dr. Sommerschuh und Herr Kreisbrandinspektor Schwab konnten am Festkommers an verdiente Kameraden Ehrenabzeichen mit Urkunden für 60-, 50-, 40-, und 25-jährige Dienstzeit verleihen. Dieses Fest war im Landkreis Fürth mit das erste Feuerwehrfest an dem ein Bunter Abend veranstaltet wurde. Allen Ortsbürgern und Gästen ist das gelungene und bei herrlichem Wetter abgelaufene Fest noch in guter Erinnerung.

Seit 1972 gehört durch den freiwilligen Entschluss die Gemeinde Fernabrünst mit den Ortschaften Fernabrünst, Vincenzenbronn und Wendsdorf in die Gemeinde Großhabersdorf.

Allen Gemeinderäten unserer ehemaligen Gemeinde sprechen wir Dank aus, dass sie dazu beigetragen haben die Ausrüstung so zu verbessern um den Anforderungen gerecht zu werden. Hier sei Bürgermeister Jakob Schuh genannt, der sich große Verdienste um die Fortentwicklung der Fernabrünster Wehr erwarb.

Ebenfalls 1972 wurden die ersten Kontakte mit der Freiwilligen Feuerwehr Forstern, Gemeinde Pöndorf, Oberösterreich geknüpft. 52 Feuerwehrkameraden aus Fernabrünst nahmen an der ersten Fahrt nach Forstern vom 19.-20.08.1972 teil. Diesen Besuch erwiderten unsere Freunde aus Forstern und Umgebung anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Großhabersdorf vom 24.-25.06.1973. Die Unterbringung erfolgte bei Feuerwehrkameraden in Fernabrünst und Wendsdorf.

 

 

 

Höhepunkt des Besuches war der Festzug bei dem die Forsterner und Fernabrünster Wehr gemeinsam in gemischter Formation marschierten. Viel Beifall und Sonderapplaus erhielten wir von den Zuschauern durch das farbenprächtige Bild unserer Uniformen braun und blau.

An diesen beiden Tagen wurde die 1972 begonnene Freundschaft der Wehren Forstern und Fernabrünst durch die einzelnen Feuerwehrkameraden in nicht nur freundschaftlicher Beziehung sondern auch private Verbindungen hergestellt, die durch weitere Besuche und Gegenbesuche bis heute gefestigt und vertieft wurden.

So nahm 1974 eine Gruppe an einem Oberösterreichischen Pokalwettbewerb in Forstern mit Erfolg teil. Die gleiche Gruppe legte außerdem einige Wochen später in Wels das Oberösterreichische Leistungsabzeichen in Bronze ab. Auch an der 1200 Jahrfeier mit Kindergarteneinweihung nahmen die Fernabrünster teil.

Ein langer Wunsch nach einem neuen Feuerwehrgerätehaus konnte 1981 erfüllt werden. In Eigenleistung hat sich die Freiwillige Feuerwehr Fernabrünst vom Mai 1980 bis Oktober 1981 ein sehr schönes und geräumiges Gerätehaus gebaut. Die Materialkosten wurden von der Gemeinde getragen. Durch den großen Einsatz unseres Gemeinderates, Kreisbrandmeisters und damaligen Kommandanten Mathias Doßler und unseres Kameraden Konrad Wölfel war es möglich diesen Bau in freiwillig geleisteten 1822 Stunden zu erstellen.

Allen Beteiligten Sprechen wir unseren herzlichen Dank und Anerkennung aus. Ein Dank gilt auch dem ehemaligen Bürgermeister Lang sowie den Damen und Herren des damaligen Gemeinderates für die Zustimmung und Bewilligung zum Bau des Gerätehauses und der Materialkosten.

Ein zweiter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das 100-jährige Gründungsjubiläum in der Zeit vom 16.07. – 19.07.1982.

Bereits am Freitag, den 09.07.1982 begann das Festprogramm mit dem Festkommers. Neben Ansprachen des Vorstands der Freiwilligen Feuerwehr Fernabrünst, des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde Großhabersdorf sowie weiteren Repräsentanten des öffentlichen und kirchlichen Lebens, wurden auch verdiente Kameraden für 50-, 40- und 25-jährige Dienstzeit durch den damaligen Landrat Herrn Dr. Dietrich Sommerschuh und Herrn Kreisbrandrat Gronau mit Ehrenabzeichen und Urkunden ausgezeichnet. Umrahmt wurde der Festkommers vom Posaunenchor Vincenzenbronn sowie der Chorgemeinschaft Fernabrünst-Vincenzenbronn.

Das eigentliche Gründungsfest begann am Freitag, den 16.07.1982 mit einem großen fränkischen Bierabend. Umrahmt wurde dieser Abend vom 1. Europa-Musikzug der Marktgemeinde Dietenhofen unter der Leitung von Konrad Leitner.

Nach dem Empfang unserer österreichischen Gäste wurde am Samstag, den 17.07.1982 zunächst eine Schauübung durchgeführt. Hier konnten sich die Zuschauer vom hohen Ausbildungsstand unserer Wehr überzeugen. Am Abend fand dann ein großer bunter Abend mit bekannten Künstlern von Funk und Fernsehen statt. U. a. traten Gitti und Erika sowie die Fidelios auf. Umrahmt wurde der Abend von der Blaskapelle Wachenroth.

Nach dem Weckruf durch den Musikzug der Freiwilligen Feuer-wehren der Gemeinde Großhabersdorf und Einholen der Patenwehr Großhabersdorf am Sonntag, den 18.07.1982 setzte sich das Jubiläumsfest mit einem Festgottesdienst im Festzelt sowie der anschließenden Totenehrung am Kriegerdenkmal fort. Nach einem Standkonzert des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Großhabersdorf kam es dann zum Höhepunkt des Festes, dem Festzug. Ab 13.00 Uhr formierten sich zwei Festzüge aus insgesamt 84 Vereinen und sechs Musikkappellen und zogen durch die herrlich geschmückte Ortschaft zum Festzelt. Der Sonntag klang mit der Blaskapelle Wachenroth sowie einer Volkstanzaufführung der Landjugendgruppe Fernabrünst harmonisch aus.

Am Montag, den 19.07.1982 klang unser Jubiläumsfest mit dem Allround Trio in zünftiger Stimmung aus.

Großer Dank sei hier der Familie Hans Wäger, für die Bereitstellung des Festplatzes ausgesprochen.

Nachdem – wie bereits erwähnt - im Jahr 1972 der erste Kontakt mit der Freiwilligen Feuerwehr Forstern geschlossen wurde und sich dieser in den darauffolgenden Jahren gefestigt hatte, fand am 29.04.1989 in Fernabrünst eine feierliche Partnerschaftsfeier statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde von beiden Wehren eine Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Am 06.10.1990 wurde die Partnerschaftsfeier bei der Freiwilligen Feuerwehr Forstern wiederholt. Auch hier unterzeichneten beide Wehren eine Partnerschaftsurkunde.

 

 

 

Da die 1964 angeschaffte TS8/8 Magiruspumpe nicht mehr den Anforderungen genügte, musste 1992 eine neue Pumpe angeschafft werden. Da die Wehr in diesem Jahr 110 Jahre bestand, beschloss man, die Anschaffung mit einem kleinen – auf Gemeindeebene beschränkten – Fest zu krönen. Das 110-jährige Gründungsfest mit Tragkraftspritzenweihe fand in der Zeit vom 13.06.1992 bis 14.06.1992 statt. An dieser Stelle sei der Familie Rupprecht ein herzliches Dankeschön für die Überlassung ihrer Maschinenhalle zur Durchführung des Fests ausgesprochen.

Nachdem auch unser 1964 angeschafftes Feuerwehrauto in die Jahre gekommen war und Reparaturen nicht mehr sinnvoll erschienen, musste 1997 auch ein neues Auto angeschafft werden.

 

 

 

Hier möchten wir der Gemeinde Großhabersdorf ein großes Dankeschön aussprechen. In Zeiten fehlender Haushaltsmittel war sich die Gemeinde der Wichtigkeit ihrer Aussenwehren bewusst und schaffte für alle Aussenwehren neue Feuerwehrfahrzeuge an.

Die feierliche Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeugs fand im Rahmen eines kleinen Fests, in welchem wir gleichzeitig unsere 25-jährige Freundschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Forstern feierten, in der Zeit vom 26.07. – 27.07.1997 statt. Zu diesem Fest konnten wir auch unsere Feuerwehrkameraden aus Österreich begrüßen.

Auch der Familie Wäger möchten wir für die Überlassung ihrer Maschinenhalle, zur Durchführung des Festes ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Seit 1982 legten insgesamt 33 Gruppen die Leistungsabzeichen der Stufen 1, 2, 3/1, 3/2, 3/3, 3/4 und 3/5 sowie die Jugendspange ab.

Dies verdeutlicht, dass die Aus- und Fortbildung in der Fernabrünster Wehr immer einen hohen Stellenwert hatte und noch bis heute hat. Hier sei vor allem unserem langjährigen Kommandanten Hermann Doßler sowie seinem damaligen Stellvertreter Ernst Göttinger besonders gedankt. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre unsere Feuerwehr auf keinem so hohen Ausbildungsstand.

Gott sei Dank musste unsere Wehr ihren Ausbildungsstand in den Jahren 1982 bis heute nicht häufig bei Einsätzen unter Beweis stellen.

Die Freiwillige Feuerwehr Fernabrünst besteht im Jubiläumsjahr aus 29 Aktiven und 34 passiven Mitgliedern.

Wenn wir nun vom 01.06. bis 03.06. 2007 unser 125-jähriges Gründungsfest feiern, so danken wir all den Kameraden, die über die langen Jahre hinweg die Tradition der Feuerwehr in Fernabrünst aufrecht erhielten. Gedacht werden soll auch an die vermissten, gefallenen und verstorbenen Feuerwehrkameraden, die sich im Dienste für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt haben.

Freitag, 15. November 2019

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